Soll ich meine Kunden auf der Website duzen oder siezen?
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Soll ich meine Kunden auf der Website duzen oder siezen?

Soll ich meine Kunden auf der Website duzen oder siezen?

Soll ich meine Kunden auf der Website duzen oder siezen?

»Ich frage mich ganz oft: Wann spricht man die Kunden auf der Website per du und wann per Sie an? Alle duzen – ich halte das aber nicht in jeder Branche für angebracht.« Diese Thematik beschäftigt viele – mich eingeschlossen. In diesem Artikel erzähle ich, warum ich mich nach langem Ringen fürs Duzen entschieden habe und welche Fragen du dir diesbezüglich stellen solltest.

 

Kundenansprache auf der Website versus Social Media

Vor rund eineinhalb Jahren habe ich meine Website relauncht. Seitdem duze ich konsequent, davor war ich per Sie unterwegs – zumindest auf meiner Website.

Auf meinen Social Media Kanälen hat das ein bisschen anders ausgesehen: Weil es dort ja eher locker zugeht, habe ich versucht, die Entscheidung »duzen oder siezen« zu umschiffen, indem ich hauptsächlich die zweite Person Mehrzahl verwendet habe. Also in etwa so: »Wie sieht das bei euch aus?« oder »Welche Erfahrung habt ihr damit gemacht?«

Du merkst schon: Das ist irgendwie nicht richtig Fisch, aber auch nicht Fleisch.

 

Du oder Sie – an Vorbildern orientiert

Eine Zeit lang fand ich das aber total okay, schließlich handhabt das eine Kollegin aus Deutschland, der ich schon seit vielen Jahren folge, auch heute noch so: Auf der Website und im Newsletter per Sie, in Social Media per du.

Sie hat das irgendwann mal ganz klar kommuniziert (im Newsletter und auf Facebook, wenn ich mich recht erinnere) und ihre Entscheidung damit begründet, auf Facebook deshalb aufs Duzen umzuschwenken, weil der übliche Umgangston in dem Netzwerk lockerer sei und sie sich dem anpassen wolle. Auf ihrer Website, ihrem Blog und im Newsletter seien ihre Kunden allerdings das Sie gewohnt und dabei wolle sie es belassen.

Das erschien mir schlüssig. Zumal die Kollegin große Unternehmen zu ihren Kunden zählt, in denen Hierarchien noch fest etabliert sind. Da ist das Siezen viel eher angebracht als das Duzen, oder?

Für mich fühlt sich das mittlerweile aber komisch an und ich weiß nicht so recht, wie ich mich verhalten soll. Ich folge ihr auf allen Kanälen – wenn ich auf Facebook unter einem ihrer Posts kommentiere, duze ich sie, weil ja auch sie per du mit ihren Fans kommuniziert. Reagiere ich auf einen Blogbeitrag, in dem sie ihre Leser siezt, sollte ich wohl im Kommentar das Sie wählen – oder nicht?

 

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Duzen oder siezen – eine Frage des Respekts und der Wertschätzung?

Für mich nicht. Ob ich jemanden respektiere und wertschätze hat für mich rein gar nichts damit zu tun, ob ich diese Person duze oder sieze.

Andererseits konnte ich schon oft beobachten, dass sich Menschen hinter dem Sie verstecken, weil sie Angst haben, durch das Du weniger ernst genommen zu werden, nicht mehr als Respektsperson zu gelten, an Macht und Einfluss zu verlieren.

Wahre Größe strahlt jemand durch sein Handeln, seine Integrität und sein Verhalten anderen gegenüber aus – für mich jedenfalls. Ist das stimmig, zolle ich Respekt und Wertschätzung. Wie alt oder jung so jemand ist, welche Position diese Person bekleidet, ob und wieviele Titel sie trägt, Wohnort, Geschlecht, Hautfarbe, Höhe des Einkommens, Anzahl der Autos – kurz: alle äußeren und offensichtlichen Merkmale spielen dabei keine Rolle für mich – ebensowenig, ob ich per du oder per Sie mit diesem Menschen bin.

 

Warum ich mich fürs konsequente Duzen entschieden habe

Als ich auf meiner Website noch gesiezt habe, war es trotzdem so, dass ich mit 99 Prozent meiner Kunden per du war. Meist hat sich das nach dem ersten Gespräch automatisch so ergeben.

Dann habe ich fast zwei Jahre lang einen Fitnesstrainer im strategischen und operativen Marketing betreut, habe seine Website, Blogartikel, Newsletter und Social Media Posts getextet. Im Fitnessbereich ist das Duzen ganz und gäbe. Deshalb war meine Frage am Beginn unserer Zusammenarbeit, ob wir auf Website & Co duzen oder siezen wollen, blitzschnell beantwortet: »Wir sind mit unseren Kunden per du!«

In dieser Zeit habe ich festgestellt, dass mir das Schreiben viel leichter von der Hand geht, wenn ich mein imaginäres Gegenüber duzen kann. Es fühlt sich näher und vertrauter an, so als würde ich einem Freund etwas auf wohlwollende Art und Weise näherbringen. Ich muss wichtige Themen nicht bierernst transportieren, sondern kann sie auf »freundschaftlicherer« Ebene vermitteln.

 

Damit war meine Entscheidung gefallen: Ich wähle für meine Kommunikation das Du – auf meiner Website, meinem Blog, im Newsletter und auf Social Media.

 

Wenn Menschen aber das Sie bevorzugen?

Natürlich respektiere ich es, wenn jemand nicht geduzt werden will: Schreibt mich ein Interessent übers Kontaktformular per Sie an, antworte ich selbstverständlich per Sie.

Wenn ich potenzielle Kunden ganz altmodisch mittels Brief anschreibe, sieze ich sie ebenfalls. Kontaktiere ich Wunschkunden oder Kooperationspartner hingegen per eMail, orientiere ich mich an deren eigenem Kommunikationsstil: Verwenden sie auf ihrer Website das Du, duze ich in meiner Kontaktaufnahme, sind sie per Sie, sieze ich.

Ich beobachte, dass internetaffine Menschen – unabhängig vom Alter –, die sich schon längere Zeit auf dem Onlineparkett bewegen, für ihre Kommunikation meist zum Du greifen. Personen, die nach wie vor hauptsächlich auf Offline-Medien setzen, wählen sehr oft das Sie.

Meine Vorgehensweise ist folgende:

  1. Auf meinen Kanälen, wo ich sozusagen »one to many« kommuniziere, duze ich meine Kunden, Leser und Interessenten. Das betrifft: Website, Blogartikel, Newsletter und Social Media.
  2. Spreche ich eine einzelne Person direkt an – mittels Brief oder eMail –, richte ich mich danach, wie sie es auf ihren Kanälen hält und wähle entsprechend du oder Sie.

 

Duzen oder siezen auf der Website – diese 3 Fragen solltest du dir stellen

Die Entscheidung, ob du auf deiner Website und in deiner Kommunikation das Du oder das Sie wählst, musst du auf Basis individueller Überlegungen selbst treffen. Fragen, die dir dabei helfen, sind:

  • Was passt zu mir, meinem Business und meiner Zielgruppe?
  • Welche Konsequenzen hat es, wenn ich mich fürs Duzen / fürs Siezen entscheide?
  • Wie fühlt es sich für mich an, auf meiner Website & Co per du / per Sie mit Kunden und Interessenten zu sein?

 

Ich glaube: Solange DU davon überzeugt bist und dahinterstehst, ist jede Entscheidung die richtige.

 

Nur weil etwas immer schon so war und es alle anderen in deiner Branche so oder so machen, bedeutet das nicht, dass das auch für dich richtig ist. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass du eine Entscheidung fällst, dahinterstehst und sie konsequent umsetzt.

 

Wie hältst du es bezüglich duzen und siezen?

Jetzt bin ich aber mal gespannt: Wie machst du das? Nutzt du das Du auf deiner Website oder siezt du deine Leser und Interessenten? Ich freue mich, wenn du mir unten in den Kommentaren erzählst, wie du das handhabst.

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