Ernährungsberaterin Jeannette Albrecht im Interview
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Vom Weltenbummeln zum Schrebergarteln – Interview mit Jeannette Albrecht, Ernährungsberaterin für Mamas

Jeannette Albrecht, Ayurveda Ernährungsberaterin für Mamas

Vom Weltenbummeln zum Schrebergarteln – Interview mit Jeannette Albrecht, Ernährungsberaterin für Mamas

In der Reisebranche zu arbeiten war ihr großer Traum – die Realität hat für Jeannette Albrecht aber anders ausgesehen: Ausbildung zur Bürokauffrau, danach Bilanzbuchhalterin und zuständig für Auszubildende. Durch die Welt ist sie dennoch immer gerne und ausgiebig getingelt und tut es noch, wobei das Reisen mit zwei kleinen Kindern sich etwas anders gestaltet als wenn man ohne unterwegs ist.

Kochen ist Entspannung, Freizeit und wie eine Meditation für mich. In zweiter Linie ist es Genuss und für die Familie bedeutet es auf jeden Fall Familienzeit, also gemeinsam am Tisch zu sitzen und zu essen.

Heute haben neben ihrem Mann und ihren Kindern naturnahe Lebensmittel oberste Prio für Jeannette. Ein bisschen Obst und Gemüse baut sie sogar im familieneigenen Schrebergarten an. Um ihre Kinder von Anfang an für gesunde Ernährung zu sensibilisieren, lässt sich Jeannette einiges einfallen: »Wir haben unterschiedliche Thementage. Freitag ist zum Beispiel Pizza-Tag, es wird gemeinsam geknetet und jedes Familienmitglied darf sein Pizzastück individuell belegen.«

 

Nicht für alle Mamas bzw. Familien läuft Kochen und Essen so entspannt ab. Für viele ist das Thema Ernährung mit Stress verbunden. »Das muss aber keinesfalls so sein – mit der richtigen Planung lässt sich gesunde Ernährung relativ einfach in den Alltag integrieren«, ist Jeannette überzeugt. In 1:1 Coachings und Onlinekursen bringt sie ihren Kundinnen bei, wie das funktionieren kann.

 

Wie Jeannette von der weltenbummelnden Bilanzbuchhalterin zur schrebergartelnden Ernährungsberaterin geworden ist und was Müsli-und-Stricksocken-Flair damit zu tun hat, liest du im folgenden Interview:

 

Jeannette, du hast viele Jahre als Bilanzbuchhalterin gearbeitet, heute bist du Ernährungsberaterin für Mamas. Erzähl uns bitte, was diesen drastischen Richtungswechsel ausgelöst hat.

 

Ich bin durch eine sehr stressige Zeit in einem Start-up gegangen und irgendwann an meine Grenzen gekommen, auch gesundheitlich. Ich hab mich super schlecht ernährt, geraucht, zu viel Alkohol getrunken – das ganze Programm, das man macht, wenn man Stress hat. Mein Körper hat dann gesagt: »So Jeannette, hier geht’s jetzt mal nicht weiter.«

 

 

Hier kannst du Jeannette im kurzen Wordrap erleben:

Wie hat sich das bemerkbar gemacht?

 

Ich war ständig krank, hatte so oft Angina in einem Jahr und musste so viele Antibiotika nehmen, dass dann auch mein Arzt meinte: »Sie müssen jetzt was ändern. So können Sie nicht weitermachen.« Das war der erste Schuss vor den Bug.

 

Klingt danach, als wäre das noch nicht alles gewesen …

 

Stimmt, dann wurde eine Sorbitolunverträglichkeit diagnostiziert und da kommt man nicht umhin, die Ernährung umzustellen. Durch diese Ernährungsveränderung habe ich ein ganz anderes Körpergefühl und viel mehr Wertschätzung für meinen Körper entwickelt. So bin ich auch zum Yoga gekommen und darüber schließlich zum Ayurveda, das erdet natürlich zusätzlich und lenkt nochmal in eine ganz andere Richtung.

 

Das heißt, du hast zweimal deine Ernährung umgestellt?

 

Ja. Wobei die zweite Umstellung, also die auf Ayurveda, dann so einen richtigen Wow-Effekt gebracht hat. Ich habe bemerkt, dass mir das echt gut tut und habe ziemlich viel abgenommen – zwei Kleidergrößen! Wieder hin zum Normalgewicht. Und zu einem völlig anderen Körperbewusstsein.

 

Es gibt so viele verschiedene Ernährungsformen. Warum hast du dich ausgerechnet für Ayurveda entschieden?

 

Das kam durch das Yoga. Ich wollte immer schon Yoga machen. Aber dort wo wir früher gelebt haben, waren die Möglichkeiten damals – das war 2008 – nicht so prall gesät. Da wurden an der Volkshochschule Kurse angeboten. Ich war einmal dort, habe aber entschieden, das ist es auf keinen Fall – es wurde so ein Müsli-und-Stricksocken-Flair ausgestrahlt, wie man sich das klassisch vorstellt. Aber als wir dann nach Berlin gezogen sind, war ich total glücklich – ich konnte endlich in ein »richtiges« Yogastudio gehen!

 

Hast du eigentlich schon vor deiner Ausbildung zum Ayurvedacoach und zur Ayurvedaköchin gerne gekocht?

 

Ja, das war schon immer meine Leidenschaft. Meine Eltern waren beruflich selbstständig und als die Wende kam – ich bin ja in der DDR aufgewachsen und war da gerade 13 – war es immer meine Aufgabe, samstags Mittagessen zu kochen. Das hab ich natürlich sehr gerne gemacht, hab auch zwischendurch mal gekocht und viel Neues ausprobiert. Meine Eltern haben öfter scherzhaft gesagt: »Also wenn alle Stricke reißen, können wir ja mal ein Restaurant eröffnen.«

 

Nun ist es eine Sache, aus gesundheitlichen Gründen die Ernährung umzustellen und grundsätzlich gerne zu kochen – aber eine gänzlich andere, das schlussendlich zum Business zu machen. Wie kam es dazu?

 

Das ist glaube ich eine Entwicklung gewesen. 2012 haben mein Mann und ich eine Auszeit von acht Monaten genommen und eine kleine Weltreise gemacht: sechs Monate Asien und zwei USA. Ich habe mir damals gesagt: »So Jeannette, du hörst jetzt mal in dich rein und passt auf, was du in deinem Leben anders machen könntest.« Das waren so die ersten Impulse, da kam viel Unzufriedenheit hoch und ich durfte mich mit meinem ganz persönlichen Thema sehr intensiv beschäftigen. Aber ich war mindsetmäßig noch nicht so weit und konnte das damals noch nicht so ganz realisieren und umsetzen.

Solange eine Reise nach außen nicht auch eine Reise nach innen ist, bleiben viele Fragen unbeantwortet und die Sehnsucht bleibt unbefriedigt.

Das war aber nicht eure einzige längere Reise, oder?

 

Wenn man einmal reist, ist das Reisefieber entfacht, man will dann immer wieder reisen. Als 2014 unsere Tochter Aviva geboren wurde, haben wir die Elternzeit genutzt und sind drei Monate mit dem Wohnmobil durch die USA gefahren.

 

Wow, das klingt nach Abenteuer!

 

Ja, das war eine sehr schöne Zeit. Anschließend musste ich wieder in meinen Buchhaltungsjob zurück, Aviva ist mit einem Jahr in den Kindergarten gekommen und ich habe 25 Stunden Teilzeit gearbeitet. 2016 kam dann Theodor auf die Welt.

 

Und – habt ihr die Elternzeit wieder für ein Reiseabenteuer genutzt?

 

Ja, diesmal sind wir aber nicht geflogen, sondern drei Monate mit dem Wohnwagen in Europa unterwegs gewesen: Slowenien, Kroatien und Ungarn haben wir gemacht, einen Monat pro Land.

 

Das klingt toll! Aber zurück zur Ausgangsfrage: Wie ist es dazu gekommen, dass du dich als Ernährungsberaterin für Mamas selbstständig gemacht hast?

 

Mit Kindern kommt irgendwann die Frage nach Mehrwert im Leben. Man will mit seinem eigenen Leben ja auch irgendwas hinterlassen. Da kam die Überlegung, dass Ernährung wichtig ist – für Kinder sogar noch mehr als für Erwachsene.

 

Weil sich Kinder noch im Wachsen und in der Entwicklung befinden?

 

Auch. Was wir Erwachsene mit unseren Körpern machen ist eine selbstbestimmte Sache – jeder entscheidet selbst ob er raucht, Alkohol trinkt, was und wieviel er isst. Aber Kinder können nicht selbst entscheiden. Die müssen das nehmen, wovon die Eltern meinen, dass es gut und richtig ist.

 

Damit hast du absolut recht! Von der Seite habe ich das eigentlich noch nie betrachtet …

 

Ich möchte da auf jeden Fall auch Aufklärungsarbeit leisten. Denn was das Kind in einer Bindungs-, Findungs- und auch Vorbildphase lernt, wird es sein ganzes Leben in sich tragen. Muster, die man im Kindesalter mitbekommen hat, zu durchbrechen, kostet enorm viel Arbeit. Ganz viele Erwachsene kämpfen nach wie vor damit, wenn’s die Mutter in der Kindheit gut gemeint und immer viel zu essen gegeben hat. Man kommt da schon irgendwie in unkontrolliertes Essen rein und schleppt das auch als Erwachsener noch mit.

Was ein Kind in der Bindungs-, Findungs- und auch Vorbildphase lernt, wird es sein ganzes Leben in sich tragen. Muster zu durchbrechen, die man im Kindesalter mitbekommen hat, kostet enorm viel Arbeit.

Bei uns hat Essen einen hohen Stellenwert. Mein Mann ist ja passionierter Hobbykoch und gemeinsame Mahlzeiten stehen bei uns ganz oben auf der Prioritätenliste. Was bedeuten Kochen und Essen für dich und deine Familie?

 

In erster Linie ist Kochen für mich Entspannung und Freizeit – es macht mir riesige Freude. Kochen ist wie eine Meditation für mich, auch um wieder zu mir zu kommen. In zweiter Linie ist es natürlich auch Genuss. Und für die Familie bedeutet es auf jeden Fall Familienzeit, also gemeinsam am Tisch zu sitzen und zu essen.

 

Welchen Stellenwelt haben Bio und Regionalität für dich?

 

Generell hat die naturnahe Erzeugung und Verwendung von Bio-Lebensmitteln für mich absolute Priorität. Ich sehe das als Investition in die Zukunft meiner Kinder und für einen gesunden Planeten. Meine Meinung ist: Nur, weil es in Deutschland regional ist, heißt das nicht, dass es bio ist oder besser erzeugt wurde. Viele Supermärkte werben ja mit »Kauf regional!«. Für den CO2-Abdruck ist das sicherlich gut, aber es heißt nicht automatisch, dass es deshalb besser erzeugt worden ist.

Ernährungsberaterin Jeannette Albrecht von Küchenfamilie

Die naturnahe Erzeugung von Lebensmitteln hat für mich absolute Priorität.

Das bedeutet: Wichtig ist immer, zu schauen, von wem genau die Produkte kommen, richtig?

 

Genau. Wenn man nicht sicher ist, dann lieber nochmal nachfragen. Denn nur, weil ich hier beim Metzger um die Ecke einkaufe, weiß ich noch lange nicht, welches Fleisch er verwendet. Auch wenn er mir sagt, das Fleisch kommt aus Brandenburg – in Brandenburg gibt es ganz viele Massentierhaltungen. Deshalb sollte man immer konkret nachfragen oder auf das Bio-Siegel zurückgreifen.

 

Das sehe ich ganz genauso. Vielen lieben Dank Jeannette, dass du uns ein bisschen auf deine persönliche Reise mitgenommen und über dein Warum erzählt hast!

 

Sehr gerne.

Schau am besten mal auf Jeannettes Website www.kuechenfamilie.de – dort findest du neben leckeren, gesunden Rezepten auch detaillierte Infos zu ihren Angeboten. Hier kommst du außerdem zu Jeannettes Facebook-Seite und ihrem Instagram-Account.

 

Fotocredit: Marius Bauer

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