Weihnachtskarten – tue Gutes und rede darüber?

Weihnachtskarten – tue Gutes und rede darüber?

Ich freue mich grundsätzlich über jede noch so kleine Aufmerksamkeit. Weihnachtskarten allerdings stehe ich etwas skeptisch gegenüber. Weil nämlich nach wie vor jedes Unternehmen meint, an Weihnachten Weihnachtskarten an Kunden und Geschäftspartner schicken zu müssen. Da geht die einzelne Botschaft oftmals verloren, weil es eben so viele sind. Und viel zu oft habe ich den Eindruck, dass sich nicht besonders viel Mühe mit dieser Aufmerksamkeit – der Weihnachtskarte – gegeben wurde: Vorgefertigte, standardisierte Weihnachtskarten, die zügig von einem zum anderen gereicht werden, damit jeder seine Unterschrift draufsetzen kann, die komplette Adressdatei auf Etiketten gedruckt, auf die Kuverts geklebt und ab die Post. Kommen die Weihnachtsgrüße denn dann wirklich noch von Herzen oder macht man das nur, weil es eben Usus ist und quasi erwartet wird?

Sehr zu meiner Freude setzt sich in den letzten Jahren aber zumindest eines mehr und mehr durch: Statt Kunden und Geschäftspartner mit den obligatorischen Steh- oder Taschenkalendern, Weinflaschen, „Fresskörben“ und dergleichen zu beglücken, entscheiden sich immer mehr Unternehmen dazu, das dafür vorgesehene Budget lieber wohltätigen Organisationen zu spenden. Wahrscheinlich ist das den Compliance Regeln geschuldet, aber egal: Ich finde das gut. Auf den Weihnachtskarten ist dann beispielsweise zu lesen „Unsere Weihnachtsgeschenke gehen in Form von Spenden an xxx“ oder „Mit dieser Weihnachtskarte unterstützen wir die Organisation XYZ“. Ganz im Sinne von „Tue Gutes und rede darüber“.

So weit, so gut. ABER:

Tipp: Stellen Sie – vor allem wenn Sie bei Weihnachtskarten auf Standardware zurückgreifen – unbedingt den Bezug zu Ihrem Unternehmen her! 

Ansonsten geht Ihren Kunden und Geschäftspartner dasselbe durch den Kopf wie mir, als ich folgende Weihnachtskarte in unserem Briefkasten fand:

Innenteil einer Weihnachtskarte im Blog von CommuniCare – Susanne Lohs PR-Beratung e.U.

 

Unter „wünschen Ihnen“ waren noch drei (mir keine Erleuchtung bringenden) Unterschriften. Mehr nicht. Und weder die Vorder- (siehe Bild ganz oben) noch die Rückseite der Weihnachtskarte lieferten einen Hinweis auf den Absender ebendieser.

Ärzte ohne Grenzen ist ohne Zweifel eine unterstützenswerte Organisation – nur hätte ich eben gerne auf Anhieb einen Bezug zum edlen Spender hergestellt. Die dadurch gegebene Anonymität ist in diesem Fall sicher nicht absichtlich konzipiert worden, sondern aufgrund der eingangs erwähnten Umstände „passiert“ …

Übrigens: Letzten Endes ließ sich der wohltätige Absender doch noch eruieren – mein Mann konnte eine der drei Unterschriften entziffern und zuordnen … 😉

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