Ich will.

Ich will.

Ich will eine liebende Mutter sein, aufmerksam, fürsorglich und einfühlsam. Ich will eine treue Ehefrau sein, leidenschaftlich, verständig, der Fels in der Brandung. Ich will eine verantwortungsbewusste (Geschäfts)Partnerin sein, klug, kreativ und verlässlich. Ich will eine begehrenswerte Geliebte sein, voller Sexappeal und lodernd vor Leidenschaft. Ich will eine liebenswerte Tochter sein, auf die man stolz sein kann, von der man hocherhobenen Hauptes im Freundeskreis erzählt. Ich will eine gute Freundin sein, lustig, spontan, voller Übermut und zuweilen ein wenig verrückt. Ich will eine aufmerksame Zuhörerin sein, die auch die Botschaften zwischen den gesprochenen Worten zu entschlüsseln vermag. Ich will eine Schwägerin sein, mit der man gern auf einen Kaffee geht, sich regelmäßig zum Pläuschchen trifft. Ich will die liebenswerteste, anbetungswürdigste Schwiegertochter sein, die man sich als Mutter für seinen Sohn nur wünschen kann. Ich will stark sein, vorausschauend, allen Kräften trotzend. Ich will meine Lieben beschützen können, ihnen ein gutes, zufriedenes, aufregendes Leben ermöglichen. Ich will ein elfengleiches Wesen sein, anmutig, verständig und mitfühlend, das alle Ansprüche erfüllen kann. Und das jeder einfach gern haben muss. Manchmal fühle ich mich wie ein Oktopus, der versucht, mit seinen acht Armen alles irgendwie zu schaukeln. Ins Gleichgewicht zu bringen. Jedem gerecht zu werden. Und was ist mit mir? Wo bleibe ich dabei?

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