„Schöpferisch“ im PEOPLEs Bordmagazin

„Schöpferisch“ im PEOPLEs Bordmagazin

Wieder ein Gasthaus mit Geschichte(n): Das WIRTSHAUS AM SEE in Bregenz.

Schöpferisch

In der Küche kommt die Mannschaft auch ganz gut ohne Martin Berthold zurecht. Eines ist im Wirtshaus am See in Bregenz allerdings immer Chefsache: das Zuputzen des Beuschels.

Wenn die turbulente Festspielzeit vorbei ist und das Laub anfängt, sich zu verfärben, beginnt im Wirtshaus am See die beschauliche(re) Zeit – was sich in lauschigem Kaminfeuer sowie kulinarisch niederschlägt. Jetzt kann Martin Berthold wieder so richtig zeigen, was er kann: Zusammen mit seinem Team kredenzt er ausgefeilte Hausmannskost in erstklassiger Qualität.

Meine Vorspeise schmeckt sehr aromatisch und reicht eigentlich für eine Hauptmahlzeit: Die Festtagssuppe »Großer Teller« – eine Kraftbrühe vom Tafelspitz – sättigt mit mehreren Einlagen (Grießnockerl, Leberknödel, Brät- und Leberspätzle), Rauten vom gekochten Tafelspitz und Gemüsestreifen. Das Kalbsbeuscherl (ein Klassiker) ist sauber zugeputzt und fein geschnitten, kein Röhrchen stört das Geschmackserlebnis. Für meinen Mann geht’s mit Medaillons vom Hirsch an Waldbeersauce mit Kartoffel-Kürbis-Gratin und herbstlichem Gemüse weiter. Ich wähle den ofenfrischen Schweinebraten mit Apfelrotkraut und Serviettenknödel. Schon beim Lesen der Speisenfolge muss ich an Herbst und Winter denken – während es draußen stürmt und schneit, ist es drinnen warm und gemütlich.

Genauso wie im Wirtshaus am See, das schon mehr als 100 Jahre am Ufer des Bodensees »verankert« ist. Anfangs diente es lange Zeit als Vereinshaus für Segelverein und Segelklub. Von manchem Fenster des wunderschönen Fachwerkbaus lässt sich sogar ein Blick auf die Seebühne der Bregenzer Festspiele erhaschen. Der steile Giebel, das Krüppelwalmdach, das Fachwerk und das Dachhäuschen gelten noch heute als charakteristische Elemente des Hauses, seit 1995 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Im selben Jahr hat übrigens Martin Berthold die Geschicke des Traditionshauses übernommen – und geht bis heute tagtäglich schöpferisch ans (Koch)Werk.

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