Keep it simple. Please!

Keep it simple. Please!

„Mama, was macht ein Elternvertreter? Und was bedeutet koordinieren?“ So und ähnlich lauten die Fragen unserer lieben Kleinen. Als Eltern sind wir stets um eine relativ einfache, verständliche Sprache bemüht. Davon könnte sich so manch Unternehmen ein Scheibchen abschneiden …

Keep it simple & stupid

Die meisten von uns haben schon mal von der KISS-Formel gehört. Die aus dem Marketing kommende Formel, deren Initialen für Keep ISimple & Stupid stehen, besagt im Prinzip, dass wir unsere Botschaften einfach, verständlich, kurz und prägnant halten sollen, damit sie von den angepeilten Zielgruppen verstanden werden. Und die von uns Adressierten folglich das tun, was wir bezwecken: kaufen, Vertrag abschließen, Dienstleistung in Anspruch nehmen.

Ähhh, wie bitte?

„Wenn bei Ablauf Ihrer Versicherung eine steuerbegünstigte Kapitalleistung vereinbart ist bzw. durch Ausübung eines bedingungsgemäß vereinbarten Kapitalwahlrechts fällig wird, kann die Versicherungsleistung durch später wieder gewünschte Anpassungen nicht mehr steuerbegünstigt erhöht werden.“ Alles klar?

Vornehmlich Versicherungen, Banken, Ärzte und Gesundheitseinrichtungen, EDV’ler und Techniker und einige Berufsgruppen mehr wählen oft eine Sprache, die ihre jeweiligen Kunden nur „Bahnhof“ verstehen lässt. Vom üblichen „Juristendeutsch“ mal ganz abgesehen – beim Durchlesen eines Mietvertrages kann einem schon schwindelig werden. Oder, anderes Beispiel: Lesen Sie sich mal den Text im oberen Bild durch – haben Sie eine Vorstellung, worum es eigentlich genau geht? Eben.

Beim Gegenüber lösen solch schwulstige Formulierungen meist negative Assoziationen aus: Unverständnis, Rat- und Hilflosigkeit, Unmut, Ärger und – schlimm für Unternehmer – Tatenlosigkeit.

In der Kürze liegt die Würze

Sind nämlich Broschüren, Webseiten, Mailings, Newsletter, Blogbeiträge, Einladungen, Angebote, Produktbeschreibungen usw. unverständlich und langatmig formuliert, kauft der potenzielle Kunde schlichtweg nicht.

Außerdem gilt es zu beachten, dass für jede Zielgruppe unterschiedliche Kriterienwichtig sind: Frauen lesen andere Magazine als Männer und erachten zum Beispiel beim Autokauf Kriterien wie Ablagemöglichkeiten, Stauraum, Spiegel, einfaches Handling beim Einparken etc. als ausschlaggebend, während für Männer Hubraum, Zylinder, Auspuff und Co die Entscheidung prägen.

Zudem „spricht“ jede Zielgruppe eine andere Sprache: Jugendliche müssen beispielsweise mit anderen Formulierungen angesprochen und über andere Kanäle adressiert werden als die Generation 50+.

Kurz gefasst: Zuerst sollte man gründlich überlegen und dann erst sprechen bzw. schreiben.

Fazit/Tipps:

  • Machen Sie sich bewusst, welche Zielgruppe Sie adressieren und richten Sie Ihren Sprachstil danach aus.
  • Wählen Sie die für Ihre Zielgruppe geeigneten Kommunikationskanäle.
  • Halten Sie Ihre Texte kurzprägnant und verständlich.
  • Gestalten Sie Struktur und Aufbau Ihrer Texte so, dass es für das gewählte Kommunikationsmittel Sinn macht – ein Blogbeitrag beispielsweise folgt anderen Gesetzmäßigkeiten als ein Mailing oder eine Pressemitteilung.
  • Arbeiten Sie mit ZwischenüberschriftenFettschreibungAufzählungspunktenetc. (je nach Kommunikationsmittel) – das erleichtert Ihrem Gegenüber das Lesen und Verstehen.

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