Interview mit Lisa + Giorgio Leone

Interview mit Lisa + Giorgio Leone

Nicht nur (aber auch) weil ich ein Eis-Fanatiker bin, hat das Interview mit Lisa + Giorgio Leone von Leones Gelato in der Lange Gasse im 8. Bezirk in Wien so viel Spaß gemacht. Besonders amüsant war für mich, als ich Giorgio mit einer Frage „außer Gefecht“ gesetzt habe – als ich ihn fragte, wie er Lisas Gemüt in Eissorten beschreiben würde, musste er lange nachdenken und ein paar Mal in die Küche gehen. Ob er sich dort schlussendlich die nötige Inspiration geholt hat, weiß ich nicht – ich habe jedenfalls eine Antwort samt origineller Begründung bekommen. Aber lesen Sie am besten selbst …

Allen Risiken zum Trotz

Besser gesagt: Dem Risk Manager der Vertrauensbank zum Trotz haben Lisa und Giorgio Leone vor zwei Jahren ihren Eissalon »Leones Gelato« im 8. Bezirk aufgemacht.

Kennengelernt haben sich die beiden 2005 auf einem Seminar, ein knappes Jahr später sind sie zusammengekommen, zum Jahreswechsel 2007/2008 haben sie ihre Kommunikations- und Designagentur »Lisa + Giorgio« gegründet. Lisa hat Kommunikationswissenschaften studiert, Giorgio kommt aus der IT-Branche. Die beiden haben zwei Söhne: Fabio (4) und Luca (1).

In ihrem Eissalon setzen Lisa (Jahrgang 1977) und Giorgio Leone (geboren 1972) auf hochwertige, regionale Zutaten, vorwiegend in Bio-Qualität – zudem haben sie sich den Kriterien der Slow Food Bewegung verschrieben. Das Eis wird frisch im hinteren Teil des Lokals hergestellt – täglich 12 Sorten, die je nach Saison und Verfügbarkeit der Zutaten wechseln.

Zum Gespräch bin ich in den Eissalon gekommen, am frühen Vormittag, als »Leones« noch geschlossen hat. Eine Produktionsmitarbeiterin ist schon fleißig am Eis-Produzieren – Grund genug für Giorgio, zwischen Küche und Salon, wo Lisa und ich sitzen, hin- und herzuschwirren, sich ab und zu kurz zu uns zu setzen und sich am Gespräch zu beteiligen, um dann wieder beim Feintuning des Eises in der Küche dabei zu sein. Die alles entscheidende Frage vergisst er trotz des Trubels nicht: »Cappuccino oder Espresso?«. Ein perfekter Gastgeber eben.

Wie kommen zwei »Agenturmenschen« darauf, einen Eissalon zu eröffnen?

Lisa Leone: Wir lieben ganz naturbelassene, echte Lebensmittel. Das ist uns bei allem, was wir essen, wichtig. Bei uns gibt es beispielsweise nie Packerlsuppe, sondern wir kochen Gemüse, um eine Suppe zu machen. Wir verwenden auch keine Gewürzmischungen, sondern nehmen jedes Gewürz als frische Kräuter wenn’s geht und jedes einzeln. Wir wollen einfach wissen, was in unserem Essen drin ist und eine Beziehung dazu aufbauen. Das war ein Punkt, den wir bei Eis nicht gefunden haben. Deshalb haben wir uns privat dafür interessiert und begonnen, Kurse zu machen und unser eigenes Eis zu produzieren.

Was unterscheidet Leones Eis von dem anderer Eissalons?

Lisa Leone: Wir verwenden keinerlei industriell aufbereitete Produkte, mittlerweile nicht mal mehr die Schokolade, dafür gehen wir auch auf Single Origin. Wir arbeiten auch nicht mit homogenisierten Fruchtpürees, sondern mit frischen Früchten – da schmeckt das Eis jedes Mal ein wenig anders. Wir haben  vergleichsweise wenige Eissorten, die sind dafür echt und pur und werden jeden Tag frisch zubereitet.

Ich habe erst gestern in einem Eissalon die Sorte »Alpenkaramell« gewählt und war enttäuscht, weil es sehr »flach« geschmeckt hat, so gar nicht nach Karamell …

Giorgio Leone: Karamell ist keine einfache Sorte, wenn man es selbst macht. Der Moment, in dem das Karamell perfekt ist, ist ein sehr schmaler Bereich. Du hast eine große Pfanne, da ist Zucker mit 200 Grad drin und musst im richtigen Moment Schlagobers zugeben – und wenn das spritzt, ist das nicht so wie Wasser, sondern das brennt sich dann rein. Wenn man’s zu früh rausnimmt, ist es sehr hell, nimmt man’s zu spät raus, ist es verbrannt. Die richtige Farbe ist der Punkt und bringt den typischen Karamellgeschmack – es darf nicht zu viel und nicht zu wenig sein.

Wie kann ich als Konsument erkennen, ob es sich um Eis handelt, das mit Hilfe industrieller Mittel hergestellt wurde, oder um »echtes«, authentisches Eis?

Lisa Leone: Ein untrügliches Zeichen ist, wenn ein Eissalon die gleichen Eisschildchen verwendet, die’s in anderen auch gibt …

Giorgio Leone: … dann ist es industriell gefertigt, die Schildchen sind nämlich von der Zulieferindustrie.

Lisa Leone: Die liefern einem zum Beispiel die Mischung für Erdbeereis und auch gleich das Schildchen mit. Wenn es Sorten gibt wie Cookies, Hello Kitty oder das blaue Schlumpfeis … also wenn es beispielsweise Cookie-Eis gibt, dann ist es mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit von diesem einen Zuliefererprodukt, der es eben Cookies nennt – die Mischung heißt so. Ich kann nicht ausschließen, dass das irgendein Eismacher nicht weiß, es selber macht und es zufälligerweise auch Cookies nennt, aber das ist sehr unwahrscheinlich.

Welche Hinweise gibt es noch?

Lisa Leone: Die Farbe ist ein Kriterium – wenn die Farben so sind, dass sie nichts mit dem Rohstoff zu tun haben, also Pistazieneis zum Beispiel hellknallgrün ist, dann kann das nicht echt sein, weil Pistazien sind schlammfarben. Wenn das Eis wellig aufgetürmt ist, dann ist ganz viel zugesetzt, damit es stabilisiert. Stabilisator an sich ist nichts Schlechtes, aber wenn das jemand so macht, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass das Eis nicht ganz frisch ist, weil es dann mehr Stabilisator braucht und es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Eismacher auch andere Dinge reintut, die nicht unbedingt sein müssen.

Giorgio Leone: Man muss unterscheiden: Es gibt natürliche Stabilisatoren, die wachsen auf Sträuchern oder Pflanzen, und dann gibt’s synthetisch hergestellte. Wir verwenden nur natürliche und das ganz wenig.

Wie sieht die Aufgabenteilung bei »Leones Gelato« aus?

Lisa Leone: Dazu muss ich ein wenig ausholen. Nachdem wir zusammengekommen sind haben wir sehr schnell begonnen, auch zusammen zu arbeiten. Dann hatten wir die Agentur so 6, 7 Jahre, haben den ganzen Tag miteinander verbracht. 2012 kam unser erster Sohn zur Welt, da wurde die Sache am Abend nicht einfacher – jeder hat noch weniger Zeit für sich. Das heißt, wir haben die ganze Zeit zusammen verbracht und das wurde uns schlussendlich ein bisschen zu viel. Nicht zuletzt deshalb war der Eissalon eine gute Gelegenheit, das ein wenig trennen zu können.

Es ist toll, wenn man das als Paar rechtzeitig erkennt – und jetzt macht einer die Agentur und einer den Eissalon?

Lisa Leone: Giorgio hat sehr spezifische Aufgaben in der Agentur, da geht’s wirklich um technische Programmierprojekte, bei denen er für Systemarchitektur zuständig ist und das muss man nicht dauernd machen. Wir haben Programmierer, die daily business machen, Giorgio ist bei bestimmten Projekten und Aufgabenstellungen dabei. Ansonsten übernehme ich die Agentur und Giorgio kümmert sich hauptsächlich um den Eissalon. Das war ursprünglich der Plan.

Das klingt nach einem »Aber …« … 

Lisa Leone: Ja – dann haben wir gestartet und waren überwältigt von den Aufgaben, die es hier zu tun gibt. Da gab’s noch keine richtige Aufgabenteilung, außer dass wir wussten, er kennt sich besser aus, Eis zu machen und ich kenn mich besser in Kommunikation und Marketing aus. Was immer zu tun war, hat der gemacht, der’s als erster gemacht hat. Im zweiten Jahr haben wir begonnen, das ein bisschen zu strukturieren. Mein Bruder ist seit letztem Jahr bei uns angestellt und für Personal und Verkauf zuständig. Wenn du gute Leute finden willst, sind die meist nicht interessiert an einem saisonalen Job. Das ist echt schwierig. Man findet schon Leute, die mal vorübergehend was machen wollen, aber die findet man nicht Jahr für Jahr. Meinem Bruder gefällt das, dass er sieben Monate im Jahr überdurchschnittlich viel arbeitet und dann dafür frei hat. Giorgio ist für unser Produkt zuständig, er managt die Bestellungen, on demand, die Produktionsmitarbeiter und ist für die Eisqualität verantwortlich. Und ich bin für Kommunikation bei »Leones Gelato« zuständig.

Das bedeutet, Giorgio wird ständig am Ausprobieren und Optimieren sein, oder? 

Lisa Leone: Genau. Wenn’s bei einem Eis qualitativ Verbesserungsmöglichkeiten gibt – da geht’s jetzt nicht so um den Geschmack, sondern eher um die Temperatur in der Vitrine oder andere Dinge … Marille war uns beispielsweise zu bröckelig, wir wollten das noch cremiger, dazu muss man Feinabstimmungen im Rezept machen und das tüftelt Giorgio dann aus. Außerdem wickelt er alles mit den Lieferanten ab, testet neue Möglichkeiten, Geschmäcker und Zutaten, tauscht sich mit anderen Eismachern aus, in Italien oder wo auch immer.

Lisa, welche Eigenschaften und Charakterzüge schätzen Sie am meisten an Giorgio?

Lisa Leone: Er ist mutig und spontan und ein bisschen verrückt (lacht). Wir lassen uns beide nicht gern einengen von Erwartungen, von Dingen, die wir selber glauben zu können oder zu wissen, wie wir unser Leben zu führen haben. Wir sind so ein bisschen sprunghaft und es gefällt uns einfach, ganz neue Sachen auszuprobieren. Mit ihm habe ich echt einen Menschen gefunden, der offen für jede verrückte und im ersten Moment noch so absurd erscheinende Idee ist. Mit ihm kann ich darüber ein ernstes Gespräch führen und überlegen, wie wir das machen könnten, wie wir unser Leben verändern, in eine neue Richtung lenken könnten, wo andere Leute sagen »Über so eine Idee würde ich nicht mal nachdenken«.

Viele Menschen denken in Konventionen, brauchen ihr Sicherheitsnetz. Als Selbständiger hat man eine riesige Verantwortung, vor allem, wenn man dann noch Kinder hat. Das erfordert definitiv Mut …

Lisa Leone: Ja. Auch zu sagen, man weiß nicht, was passiert und wie’s ausgeht. Wir haben für uns die Herangehensweise gefunden, dass, egal was passiert, uns schon was einfallen wird. Also wir machen keine waghalsigen Dinge oder würden etwas machen, von dem wir denken, es wird nicht gutgehen. Im Nachhinein denke ich heute, wir hatten schon unheimliches Glück mit dem Standort hier und dass das alles so gepasst hat, es hätten Dinge auch anders laufen können. Wenn man neue Sachen ausprobieren will, muss man immer Risiken in Kauf nehmen. Wir haben uns darauf festgelegt, dass wir uns nicht an Sicherheiten klammern.

Eine beachtliche Einstellung, die bestimmt nicht immer einfach umzusetzen ist …

Lisa Leone: Es ist schwierig, sich vom Sicherheitsdenken zu befreien und es ist jetzt auch nicht so, dass wir keine Ängste haben. Wenn’s bei uns mal nicht so gut läuft, denken wir auch, ach wie soll sich das alles ausgehen. Giorgios Mutter lebt noch, meine Eltern sind schon gestorben – wir haben niemanden, der uns auffangen würde, wenn etwas schief läuft. Und die Anfangsphase hier war nicht so ohne …

Was war passiert?

Lisa Leone: Wir hatten den Mietvertrag für den Eissalon schon unterschrieben, waren mit unserer Bank im Kreditabsprechungsprozess. Die Bank hat uns viele Monate zugesichert, dass wir den Kredit bekommen. Plötzlich haben sie einen Rückzieher gemacht. Obwohl das Objekt mit einer Eigentumswohnung besichert war. Alle anderen Banken haben uns mit offenen Armen empfangen, weil wir so einen Businessplan-Wettbewerb gewonnen hatten – von unserer Bank!

Giorgio Leone: Die haben nicht an ihre eigene Idee geglaubt, die sie vorher ausgezeichnet haben!

Lisa Leone: Wir waren in einer schrecklichen Situation, die Handwerker haben schon gearbeitet und wollten natürlich Geld. Wir haben von der Bank dann eine Entscheidung verlangt und der Filialleiter meinte, er werde das dem Risk Manager nochmal sagen, aber er müsse mir jetzt etwas nahelegen: Wenn der Risk Manager entscheidet, dass sie uns den Kredit nicht geben, dann rät er uns sehr stark ab, das zu machen, weil die Risk Manager wüssten schon, wovon sie reden und was geschäftlich funktioniert und wir sollten dieses Risiko dann nicht eingehen, sondern uns wirklich an die Empfehlung des Risk Managers halten.

Was Sie beide jedoch nicht von Ihrem Plan abgehalten hat …

Lisa Leone: Ich hab gesagt: Und Sie denken jetzt, dass ich mal auf meinem Sterbebett liegen und mir denken werde »Ich hatte da mal eine Idee, aber der Risk Manager von unserer Bank hat mir gesagt, das soll ich nicht machen.« Was Sie oder Ihr Risk Manager von unserer Idee halten, ist mir sowas von egal, ich muss das einfach machen! Wir mussten’s für uns herausfinden. Wenn man keine Risiken eingeht, weiß man ja nicht, was aus Ideen wird. Ich bin ein sehr starker Ideenmensch und finde es ganz schlimm, wenn man Ideen hat und sie nicht umsetzt, weil dann vertraut man sich selbst nicht und hört auf, Ideen zu haben, weil sie ja eh ins Leere gehen. Darum sind wir da fast schon ein bisschen militant und sagen: Wenn wir eine Idee haben, diese durchdenken und sie uns dann immer noch begeistert, dann machen wir’s.

Lieber eine falsche Entscheidung als gar keine … 

Lisa Leone: Genau. Und lieber dann, wenn es schiefgeht, schauen, wie man’s verändern oder veräußern kann, als es gar nicht erst zu machen. Sonst hören wir doch auf, Ideen zu haben, Begeisterung und Spaß am Leben zu haben. Wir sind intelligente Menschen, haben zwei Hände und zwei Beine, wir würden unser Leben schon wieder irgendwie auf Schiene bringen – dann war’s halt eine Erfahrung, die interessant war, und keine verpasste Chance.

Welche Werte lebt ihr in eurer Familie, was gebt ihr euren Kindern mit auf den Weg?

Lisa Leone: Dass wir ihnen vertrauen, dass sie selber einschätzen können, was sie machen wollen. Ich bin keine Mama, die jeden Schritt am Spielplatz nachgeht und aufpasst, dass mein Kind nicht irgendwo raufklettert, wo es vielleicht noch nicht kann. Wir helfen ihnen, das zu machen, was sie gerne machen wollen. Ganz wichtig ist für mich auch Zusammenhalt in der Familie: Wir gehören zusammen, wir halten zusammen. Wir haben leider keine Großfamilie – die wir wahnsinnig gern hätten –, deshalb etablieren wir das in unserer kleinen Familie. Und Genießen. Wir fahren gerne auf Urlaub, lassen’s uns gut gehen. Nicht von anderen sagen lassen, was man denken oder fühlen soll, das ist auch etwas, was ich meinen Kindern immer sage. Ich versuche, nicht in Plattitüden zu sprechen à la »Du musst jetzt aufessen« oder »Du musst das probieren, weil das schmeckt doch gut«. Wenn der Fabio sagt »Bäh, das ist grauslich«, versuche ich ihn zu bestärken, dass es ihm halt nicht schmeckt und es okay ist, mir das aber schon schmeckt. Also dass jeder für sich entscheiden kann, was er fühlt und denkt. Ich finde das nicht leicht als Mutter. Ich habe es mir einfacher vorgestellt, diese Ideale umzusetzen und meinen Kindern nicht einfach meine Einstellungen überzustülpen.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Lisa Leone: Nicht zu viel nachdenken über die Dinge, sondern einfach schnell aus dem Bauch heraus entscheiden und tun.

Giorgio, wie würden Sie Lisas Gemüt in Eissorten beschreiben und warum?

(Nachdem er lange nachgedacht hat) Mir fällt nur ein: Dunkle Schokolade und Stracciatella. Die dunkle Schokolade weil sie kräftig und stark und manchmal auch ein bisschen so … jaaa, die richtig so »reinfährt«. Und Straciatella weil es irgendwie so eine nette cremige Mischung mit ein bisschen Schokostücken ist.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?

Giorgio Leone: Ein perfekter Tag für mich ist ohne Verpflichtungen.

Haben Sie ein Lieblingsreiseziel?

Giorgio Leone: Ich fahr überall gern hin. Wenn es in der Nähe sein soll, bin ich sehr gern in Italien. Es gibt eigentlich kein Land, von dem ich sagen würde, das mag ich nicht.

Lieber Berge oder Meer?

Giorgio Leone: Wir waren letzte Woche in den Bergen, aber ich würde auch sehr gern ans Meer fahren.

Lisa Leone: Wir lieben alles. Naturerlebnisse sind wichtig für uns. Städte sind auch cool, aber wir sind nicht so die Städtefreaks.

Giorgio Leone: Es ist nett, am Nachmittag durch Manhattan zu gehen, aber in Wahrheit ist man nachher immer nur komplett erledigt.

Abgesehen von Eis – was darf bei Ihnen zu Hause an Essen nie fehlen, was haben Sie immer da?

Lisa Leone: Butter. Ich liebe Butter, ich liebe Schlagobers. Und Früchte, wir essen ganz viel Obst.

Zum Abschluss: Gibt es noch etwas, das Ihnen wichtig wäre zu erwähnen?

Lisa Leone (denkt lange nach): Ich finde es ganz schwierig, die beiden Rollen Arbeiten und erfolgreich im Geschäft zu sein einerseits und Mutter zu sein auf der anderen Seite, zusammenzubringen. Ich glaube, das ist fast eine Lüge der Gesellschaft, dass Frauen vorher glauben, irgendwie ist das schon handelbar und man wird das schaffen. Dass man diesen Anspruch hat: Ich muss das jetzt schaffen, weil die anderen schaffen es auch. Mir ist wichtig, das auch anderen zu sagen, denn viele stellen sich so cool dar und man selbst denkt »Bin ich denn der einzige Loser, der das nicht auf die Reihe bringt?«. Man steht dann am Spielplatz und überlegt »Welche Mails hätte ich noch schreiben müssen?« und eigentlich gar nicht richtig da ist, wenn mein Kind kommt und mich anspricht. Sich das einzugestehen war schon ein Prozess für mich.

Danke Lisa – damit sprechen Sie mir und bestimmt auch vielen anderen berufstätigen Müttern aus der Seele!

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