Blutspendeaktion am Puls der Zeit

Blutspendeaktion am Puls der Zeit

Wie man die Leute trotz Fußball Europameisterschaft dazu animieren kann, dem Aufruf zum Blutspenden zu folgen: Ich bin im Besitz eines Blutspende-Ausweises und erhalte immer dann, wenn in meiner näheren Umgebung eine Blutspendeaktion läuft, per SMS vom Roten Kreuz die entsprechende Information bzw. den Aufruf zum Blutspenden. So auch heute. Kurz vor 9 Uhr vormittags kam die erste SMS, in der üblichen Tonalität: „Liebe/r BlutspenderIn. Heute, 11.6., ist in Buch, Gemeindesaal, eine Blutspendeaktion, 18-21 Uhr, wir benötigen dringend Konserven Ihrer Blutgruppe.“

Die Zeitfrage

Jedesmal, wenn ich einen derartigen Aufruf erhalte, denke ich mir: „Warum kündigen sie das nicht früher an, dann hätte ich’s mir einteilen können.“. Andererseits zeigt die (oft auch private) Erfahrung, dass gerade spontan initiierte Treffen oftmals mehr Erfolg auf Realisierung haben als ewig lange zuvor ausgemachte Verabredungen. Diesbezüglich kann man also geteilter Meinung sein und das Rote Kreuz wird schon wissen, warum es so handelt wie es eben handelt.

Überraschungseffekt

Was mich diesmal jedoch fasziniert hat, war die etwa drei Stunden später folgende Nachricht des Roten Kreuzes: „Wir übertragen auf der Blutspendeaktion ab 18 Uhr das EM-Match Frankreich:England und ab 20:45 Uhr Ukraine:Schweden auf Großbildleinwand!“ – Genial! Nun, wahrscheinlich sind unter den Ärzten und Sanitätern genügend Fußball-Fans, die sich mit dieser Aktion selber einen Gefallen tun. Und auch, ob sich extreme Fans durch diese Initiative tatsächlich überzeugen lassen, kann angezweifelt werden – denn immerhin gilt es trotzdem Hin- und Retourweg zu überbrücken (vielleicht verbringen die Fußball-Fans unter den Blutspendern dann aber auch die komplette Zeit eines Matches im Kreise des Roten Kreuzes, wer weiß!). Aber wie heißt es so schön: Der Wille zählt für’s Werk! Die Idee an sich ist großartig und bestimmt geeignet, eine größere Schar an Blutspendern zu mobilisieren als dies der Fall wäre, wenn diese durch’s Blutspenden komplett auf’s Match verzichten müssten.

Die Tatsache, dass diese nachgelegte Information drei Stunden nach der ursprünglichen einlangte, zeigt auch so schön den menschlichen Aspekt auf – wahrscheinlich ist einem (oder mehreren) der Rot-Kreuz-Mitarbeiter spontan eingefallen, dass ja gerade EM ist … woraufhin man diese „Ach ja übrigens …“-SMS nachgeschossen hat.

Fazit

Hierzu gibt es eigentlich nur einen einzigen Satz zu sagen: Der Köder muss dem Fisch schmecken – nicht dem Angler. Wobei der Köder in diesem Fall sicherlich auch dem ein oder anderen Angler schmecken dürfte … 😉

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